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Production of vinyl parts

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Saturday, 14 February 2009

Schleudern, gießen oder vielleicht doch backen? "Wie werden eigentlich diese Vinylteile hergestellt?"

Diese Frage habe ich in letzter Zeit immer öfter gehört. Im Zusammenhang mit Eigenschaften den Vinyl wurden mir auch teilweise abenteuerliche Dinge zugetragen: "Die Farbe haftet nicht, da bei der Herstellung giftige Trennmittel verwendet werden um die Teile aus der Form zu bekommen". Spätestens die Aussage war für mich Grund, ein wenig Licht in das Dunkel unserer "Schwarzen Magie" zu bringen.

Am Anfang eines jeden Vinylteils steht das Originalmodell. Aus welchem Material dieses besteht, bestimmt der Künstler. In letzter Zeit haben sich jedoch backofenhärtende Modelliermassen wie Modelene, Cernit oder Sculpey Living Doll durchgesetzt.

 

Dieses Originalmodell wird von einem Modelleur in Wachs "kopiert". Warum dieser Schritt notwendig ist und ausgerechnet Wachs verwendet wird erfahren wir später. Beim umsetzten des Originals in ein Wachsmodell werden bei wachen Puppen die Glasaugen durch Metallkugeln ersetzt, es werden Untergriffigkeiten entfernt welche später einmal stören könnten, der Künstler selbst kann aber auch noch Hand anlegen und das Modell nochmals überarbeiten.

Wenn das Wachsmodell endgültig fertiggestellt und poliert ist, beginnt der eigentliche Prozess des Formenbaus. Hierfür wird das Wachsmodell zuerst mit einer hauchdünnen, elektrisch leitfähigen Metallschicht überzogen. Danach kommt das Wachsmodell in ein galvanisches Bad. In diesem Bad befinden sich gelöste Metalle, meist Kupfer oder Nickel, welche durch elektrische Spannung von dem inzwischen leitfähigen Wachsmodell angezogen werden. Dadurch entsteht nach und nach eine immer dickere Metallschicht. Nach ca. 10-14 Tagen kann das Wachmodell, welches inzwischen von einer festen Metallschicht umgeben ist, dem Bad wieder entnommen werden. Nun muss die Form entleert werden. Wie gut dass sich nur Wachs in der Form befindet! Hätten wir ein ein Porzellanmodell verwendet würden wir wahrscheinlich noch in einigen Jahren versuchen die letzten Reste aus der Form zu kratzen. Wenn das Wachs ausgeschmolzen ist, kann der Verschluss und die Halterung an die Form angebracht werden. Noch etwas Feinarbeit und die Form ist fertig zum Einsatz.

Vinylteile werden in einem großen Ofen geliert, was im Prinzip dem Backen entspricht. Bei einer Temperatur von ca. 230 - 250°C rotieren die Formen einige Minuten lang langsam um zwei Achsen. Hierbei entsteht ein irreversibler Prozess, in welchem das flüssige PVC (Plastisol) geliert und fest wird.

Doch der Reihe nach: Zuerst muss unsere Form auf einer runden Lochplatte befestigt werden. Mittels eines Dosiergeräts kann nun die noch flüssige PVC-Paste in die Form gefüllt werden. Das Dosiergerät stellt sicher, dass immer nur die für dieses Teil vorbestimmte Menge an Plastisol in die Form gefüllt wird, d.h. die Dicke eines bestimmten Kopfes wird immer die gleich sein. Nach dem Befüllen und Verschließen der Form kann die Platte samt Form endlich in den Ofen. Durch die große Hitze, das langsame Rotieren und unter Zuhilfenahme der Gravitation verteilt sich das Plastisol gleichmäßig an der Innenwand der Form. Nach einigen Minuten wird das Plastisol immer dickflüssiger, es tritt der Prozess des Gelierens ein. Ähnlich wie beim Kuchenbacken wird aus dem formalst flüssigen Teig langsam eine feste Masse. Doch richtig fest ist der Kuchen auch erst, wenn er einigermaßen abgekühlt ist.

Genau aus diesem Grund werden die Formenplatten, sofort nachdem man sie wieder aus dem Ofen geholt hat, im kalten Wasser abgeschreckt. Jetzt ist das Vinyl so fest, dass man es nach dem Öffnen des Verschlusses aus der Form ziehen kann.

Da die Vinylteile teilweise noch fest in der Form stecken, muss oft mit einer Zange am Rand des Teils angefasst werden. Die meisten der Vinylteile haben somit eine "Zangengeburt" hinter sich. Aber auch das Geheimnis der Abdrücke an den Rändern wäre hiermit geklärt.

 

Nun müssen die Vinylteile nur noch endgültig auskühlen, auf fehlerfreie Qualität überprüft werden und schon bald kann ein wunderschönes Rebornbaby entstehen.

Sie sehen, ein bisschen schleudern, gießen und backen steckt in jedem Vinylteil, aber giftige Trennmittel gibt es ganz bestimmt keine.

Aufgrund der Platzverhältnisse in unserem Sitz in Freiburg hatten wir uns entschlossen, unsere Produktionsanlage an einem anderen Standort einzurichten. Eine Produktion im Ausland kam für uns zu keinem Zeitpunkt in Frage. So fiel nach langer Suche unsere Wahl auf einen kleine Ort im Vogtland, Sachsen. Bei unserer Produktion legen wir größtmöglichen Wert auf eine einwandfreie Qualität. Auch deshalb verwenden wir ausschließlich phtalatfreie Plastisole aus deutscher Herstellung. Sollten Sie dennoch Grund für eine Beanstandung werden wir fehlerhafte Teile selbstverständlich ersetzen.


Text und Bilder sind Eigentum der Fa. Gustav Adolf Dietz, Inh. Stephan Dietz e.K. Eine Verwendung von Dritten ohne schriftliche Genehmigung des Eigentümers ist untersagt.